Ein Künstler mitten im Leben

Wie sich Thomas Rühmann für die Kinderkrebsforschung engagiert

Thomas Rühmann bei einem Auftritt zur Benefizgala der Stiftung (Bild. P. Männig)
Thomas Rühmann bei einem Auftritt zur Benefizgala der Stiftung


Thomas Rühmann und Stiftungsrepräsentant Dirk Weinrich zu Besuch beim kleinen Krebspatienten Vincent
Thomas Rühmann und Stiftungsrepräsentant Dirk Weinrich zu Besuch beim kleinen Krebspatienten Vincent
Thomas Rühmann erzählt vom Spendensammeln auf seiner Konzerttournee
Thomas Rühmann erzählt vom Spendensammeln auf seiner Konzerttournee ...
… und präsentiert den Inhalt der berühmten blauen Box
… und präsentiert den Inhalt der berühmten blauen Box.
Martin und Thomas Rühmann zur Benefizgala der Stiftung (Bild: Mirko Sens)
Martin und Thomas Rühmann zur Benefizgala der Stiftung
Fotoshooting für die Pfandbon-Spendenaktion eines Lebensmittelmarktes (Bild: P. Männig)
Fotoshooting für die Pfandbon-Spendenaktion eines Lebensmittelmarktes

Im Lied heißt es, mit 66 Jahren fange das Leben an. Die Metapher gilt für einen gestandenen Künstler wie Thomas Rühmann natürlich nicht - gleichzeitig aber doch. Denn der Künstler, seit Jahrzehnten aus dem TV, von der Kino-Leinwand und der Bühne bekannt, fügt seinem Schaffen immer neue Facetten hinzu.

Natürlich kennen ihn die meisten von seiner Paraderolle als Dr. Roland Heilmann in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“. Seit mehr als zwei Jahrzehnten verfolgen wöchentlich über fünf Millionen Zuschauer die Abenteuer in der Sachsenklinik – über die vielen Staffeln stieg der TV-Mediziner Heilmann vom Oberarzt zum Ärztlichen Direktor auf.

Doch neben seiner Tätigkeit für die Erfolgsserie steht Thomas Rühmann auch immer wieder auf der Bühne. Im Dorf Zollbrücke im Oderbruch betreibt er ein eigenes „Theater am Rand“. Auf Tour ist er mit einer ganzen Reihe von Musik-Projekten. So spielt er etwa in einer Band mit seinem Bruder Martin Rühmann oder stellt mit Pankow-Gitarrist Jürgen Ehle und der jungen Bassistin Monika Herold im Programm „Sugar Man“ den Sänger Sixto Rodriguez vor.

Eines ist bei aller Vielfalt immer gleich: Wenn Thomas Rühmann live auftritt, hat er ein Spendenhäuschen dabei. „Vor der Pause rufe ich immer zu Spenden auf“, berichtet der Künstler. Ihn beeindruckt, wie viele Menschen Geld geben, denn am Ende jedes Konzerts ist das Häuschen zumeist voll. Ist die mehrwöchige Konzerttournee vorüber, schichtet Thomas Rühmann Scheine und Münzen in seinen berühmten blauen Pappkarton um und übergibt ihn an die Stiftung Mitteldeutsche Kinderkrebsforschung – mittlerweile 16.000 Euro.

Seit vielen Jahren begleitet der Künstler die Arbeit der Stiftung und gibt ihr ein bekanntes Gesicht. Als Botschafter nimmt er an den Treffen der Spender teil. Die Begegnungen berühren ihn, nicht zuletzt wegen der vielen bewegenden Geschichten, die er hier hört. Thomas Rühmann erinnert sich etwa an ein Gespräch mit einer Frau, die privat den unglaublichen Betrag von 10.000 Euro gespendet hat, nachdem ihr Mann an Krebs verstorben war. Als der Schauspieler in Kontakt mit der Stiftung kam, stand er selbst unter dem Eindruck des Krebstodes der „In aller Freundschaft“-Kollegin Hendrikje Fitz. Das hat ihn zusätzlich motiviert, sich zu engagieren.

Im Laufe der Jahre hat er viel über die Arbeit der Stiftung und der Forscher gelernt – zum Beispiel, dass jeder Spenden-Euro, den die Stiftung für die Forschung aufwendet, um bis zu sechs Euro von anderen Geldgebern erweitert werden kann. „So kann man die Stiftungsmittel als Anschub betrachten und mit jeder Spende-Summe viel erreichen“, betont Thomas Rühmann - gerade im Bereich der Kinderkrebsforschung, in der wegen der glücklicherweise seltenen Fälle nicht so viel kommerzielle Forschung betrieben wird. Der TV-Arzt trifft bei der Stiftungsarbeit auch oft auf echte Mediziner. Als Darsteller weiß er „nicht mehr über Medizin, als ein Normalsterblicher“. Aber: „Was ich weiß, ist, was das für ein weites Wissensfeld und für eine Verantwortung ist.“

In der Pandemiezeit sind die Treffen mit den Spendern und den anderen Botschaftern seltener geworden. Auch viele Auftritte des Schauspielers und Musikers mussten leider ausfallen. Die Zeit hat Thomas Rühmann genutzt, um sein erstes Solo-Programm auszuarbeiten: „Lebenslieder“. Hier singt er wichtige Lieder, die ihn durch sein Leben begleitet haben und erzählt zwischendurch passende Geschichten. In welchem Alter würde so ein Programm besser passen, als mit 66? Und die Spendenbox wird beim neuen künstlerischen Abenteuer natürlich auch dabei sein.

Auch das geht: Thomas Rühmann als Aktiver beim Spendenlauf der Oberschule in Waldheim (Bild: P. Männig)
Auch das geht: Thomas Rühmann als Aktiver beim Spendenlauf der Oberschule in Waldheim.

Spender*innen im Porträt

An dieser Stelle veröffentlichen wir in loser Folge Porträts besonders engagierter Unter-stützer*innen. Die Auswahl der Personen erfolgt willkürlich und orientiert sich momentan am ehesten am Vorhandensein ausreichender Fotos zur Person. Viel Vergnügen bei der Lektüre!


bisherige Porträts

Folge 9 | Jeder kann helfen
Der Fotograf Mirko Sens

Folge 8 | Ein Künstler mitten im Leben
Stiftungsbotschafter Thomas Rühmann

Folge 7 | Ein Mann packt an
Der Bau-Unternehmer Ronny Gigla

Folge 6 | Engagement in prächtigem Ambiente
Sabine Kalinke und das Victor's Residenz-Hotel Leipzig

Folge 5 | Und läuft und läuft und läuft
Sportlehrerin Iris Raasch und die Oberschule Waldheim

Folge 4 | Mit dem Pfandbon helfen
Wilfried Schnecke und das E-Center in Wanzleben

Folge 3 | Das eigene Glück erkennen und helfen
Die Magdeburger Steuerkanzlei MKP

Folge 2 | Aus Freundschaft gewachsen
Der Fotograf Nicky Hellfritzsch

Folge 1 | Kicken für den guten Zweck
Sebastian „Schulle“ Schulz mit seinem Freizeit-Fußball-Team