Geförderte Projekte 2022

Im Jahr 2022 konnten folgende Projekte durch unsere Stiftung gefördert werden:

Antragsteller*innen
Dr. med. Antje Redlich
Universitätsklinikum Magdeburg, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Prof. Dr. med. Martin Zenker
Universitätskinderklinik Magdeburg, Institut für Humangenetik

Projektthema
Molekulare Grundlagen von Adrenokortikalen Tumoren im Kindes- und Jugendalter (MoPACT)

Projektbeschreibung
Adrenokortikale Tumoren sind im Kindesalter seltene, in der Nebennierenrinde entstehende endokrine Neoplasien und bei Diagnose im fortgeschrittenen Stadium mit einer sehr schlechten Prognose assoziiert. In einem ambitionierten Projekt sollen die über mehr als 25 Jahre in Deutschland gesammelten Proben zu dieser speziellen Tumorart umfassend (molekular-) genetisch aufgearbeitet werden. Hierbei handelt es sich um die weltweit größte pädiatrische Patientengruppe, für die sowohl Tumormaterial als auch klinische Daten vorhanden sind.

Dieses Projekt soll Erkenntnisse zur Tumorentstehung erbringen und neue Therapieansätze ermöglichen. Die zu erwartenden molekularen Profile sind von herausragendem Interesse.

beantragte Projektmittel
190.270,52 €

Projektlaufzeit
24 Monate


Antragsteller*innen
Dr. med. Thomas Georgi
Prof. Dr. med. Regine Kluge
Dr. med. Lars Kurch
Universitätsklinikum Leipzig, Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin
Prof. Dr.-Ing. Stefan Posch
Dr. Birgit Möller
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Informatik

Projektthema
Anwendung künstlicher Intelligenz zur Identifizierung prognostischer Faktoren in der prätherapeutischen FDG-PET bei kindlichen Hodgkin-Lymphomen (Folgeantrag)

Projektbeschreibung
Das Projekt baut auf das bereits 2021 geförderte Vorhaben „Anwendung künstlicher Intelligenz zur automatischen Erkennung von Tumorgewebe in der FDG-PET bei kindlichen Hodgkin-Lymphomen“ auf.

Im Moment wird die initiale PET-Untersuchung bei Patienten mit Hodgkin Lymphom zur Stadien- und Therapiegruppenfestlegung und als Vergleichsuntersuchung für die Verlaufskontrollen genutzt. Bisher ungenutzt für die Risikobewertung und Therapiesteuerung bleibt das sehr unterschiedliche Tumorausbreitungsmuster. Im Gegensatz zu Karzinomen, bei denen in der Regel ein Primärtumor vorliegt, handelt es sich bei Lymphomen um systemische Erkrankungen des Lymphsystems, bei denen häufig multiple Tumormanifestationen in verschiedenen Körperregionen auftreten. Anhand bisheriger Erfahrungen in der Befundung von Patienten mit Hodgkin Lymphom wird die Ansicht vertreten, dass sich verschiedene typische Befallsmuster unterscheiden lassen und dass eine Abhängigkeit zwischen dem Befallsmuster und dem Therapieansprechen besteht.

Die bei den Antragsteller*innen im Rahmen jahrelanger Referenzbegutachtungen gesammelten PET-Bilddaten bieten eine hervorragende Möglichkeit zur Analyse des Tumorbefallsmusters und der Tumortextur, insbesondere im Hinblick auf deren prognostischen Wert. Der Einsatz der künstlichen Intelligenz ermöglicht eine umfassende Evaluation der gesamten Bilddatensätze. Hierbei steht insbesondere der Vergleich von Patienten mit gutem und schlechtem Therapieansprechen bzw. mit und ohne späterem Rezidiv im Vordergrund.

Das Ziel des aktuellen Projektes ist es, mithilfe des Einsatzes der künstlichen Intelligenz prognostische Parameter in der prätherapeutischen FDG-PET zu identifizieren, die ein schlechtes Ansprechen auf die Chemotherapie bzw. ein späteres Rezidiv der Erkrankung vorhersagen. Dies könnte langfristig zu individualisierten Therapieangeboten für Patienten mit entsprechenden Risikofaktoren führen.

beantragte Projektmittel
40.000,00 €

Projektlaufzeit
12 Monate

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Antragsteller
apl. Prof. Dr. rer. nat., rer. medic. habil. Martin S. Staege
Universitätsklinik und Poliklinik für Pädiatrie I des Universitätsklinikums Halle (Saale)
Forschungslabor

Projektthema
Charakterisierung von Sequenzen der LINE1-Reversen-Transkriptase (L1-RT) aus Hodgkin-Lymphomzellen

Projektbeschreibung
Das Hodgkin-Lymphom ist insbesondere im Kindesalter insgesamt relativ gut behandelbar. Die Therapie führt jedoch nicht immer zum gewünschten Erfolg, sodass die Entwicklung neuer therapeutischer Optionen insbesondere für Patienten mit therapieresistenten und rezidivierenden Lymphomen wünschenswert ist.

Bei früheren Untersuchungen des Antragstellers zur Genexpression in Hodgkin-Lymphom-Zellen konnten unterschiedliche Sequenzen mit Ähnlichkeit zu endogenen Retroviren (ERV) identifiziert werden. Bei der Analyse wurden neben ERV-Sequenzen auch neue Polymerasesequenzen identifiziert, die von sogenannten LINE1 (L1)-Elementen stammen. Neben ERV sind L1-Elemente die zweite große Gruppe repetitiver Elemente im menschlichen Genom, welche Polymerasen kodieren können. Diese Poymerasen sind in der Lage RNA in DNA umzuschreiben.

In diesem Projekt sollen exprimierte L1-RT-Elemente in Hodgkin-Lymphom-Zellen näher charakterisiert werden. Hierbei sollen folgende Teilfragen geklärt werden:

  1. Welche L1-Elemente werden in Hodgkin-Lymphom-Zellen exprimiert und welche dieser Elemente tragen offene Leserahmen, die die Bildung von Proteinen mit RT-Eigenschaften erlauben?
  2. Welchen Einfluss hat die Überexpression von L1-RT auf Proliferation, Viabilität und Genexpression in Hodgkin-Lymphom-Zellen?
  3. Welchen Einfluss haben RT-Inhibitoren auf Proliferation, Geneexpression und Viabilität von Hodgkin-Lymphom-Zellen?
  4. Welchen Einfluss haben RT-Inhibitoren bzw. L1-RT-Überexpression auf die Sensitivität von Hodgkin-Lymphom-Zellen gegenüber Chemotherapeutika?

beantragte Projektmittel
18.000,00 € für Verbrauchsmaterialien

Projektlaufzeit
12 Monate

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Antragsteller
Dr. Lars Kurch
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Leipzig

Projektthema
Evaluation der qPET-Methode auf Basis von Patienten-Daten der EuroNet-PHL-C1-Studie

Projektbeschreibung
Die EuroNet-PHL-C1-Studie zur Therapieoptimierung von Kindern und Jugendlichen mit einem Hodgkin-Lymphom rekrutierte im Zeitraum von 2007 bis 2013 ca. 2100 Patienten in über 20 verschiedenen Ländern. Hauptziel war die Vermeidung therapiebedingter Nebenwirkungen, die insbesondere durch die Strahlentherapie hervorgerufen werden. Bei Feststellung eines adäquaten Therapieansprechens wurde auf die sich der Chemotherapie anschließende Strahlenbehandlung verzichtet. Von einem adäquaten Therapieansprechen wurde dann ausgegangen, wenn die Reststoffwechselaktivität in sämtlichen Lymphom-Restbefunden einen Deauville-Score von 2 nicht überschritt.

Bei der Bewertung der Reststoffwechselaktivität kam bislang ein rein visuelles Verfahren zum Einsatz, dass aufgrund möglicher optischer Täuschungen bei der Bewertung mit dem menschlichen Auge fehleranfällig und zu ungenau erscheint. Die Arbeitsgruppe um Dr. Kurch hat daher vor 10 Jahren begonnen, eine Methode zur quantitativen Deauville-Skalierung zu entwickeln – die sog. qPET-Methode.

Bei der qPET-Methode misst man im Befundbild den durchschnittlichen Reststoffwechsel im verbliebenen Lymphomgewebe sowie den durchschnittlichen Stoffwechsel im gesunden Lebergewebe und setzt beide Zahlenwerte in ein Verhältnis. Neben der Möglichkeit, mit den ermittelten Zahlenwerten Berechnungen durchführen zu können, gestattet die qPET-Methode auch eine Objektivierung der visuellen Befundung, da Messungen im selben Lymphomrest bzw. in der Leber auch unter verschiedenen Bild-Auswertern zu denselben Zahlenwerten führen sollten, da sie nicht von Phänomenen wie der visuellen Kontrast-Illusion beeinflusst sind.

Anhand der Daten aus der EuroNet-PHL-C1-Studie wurde die qPET-Methode entwickelt und anhand von nahezu 900 Patienten evaluiert. Die überzeugenden Ergebnisse - allerdings noch ohne Korrelation mit den Überlebensdaten - wurden hochrangig publiziert. In der sich anschließenden EuroNet-PHL-C2-Studie (Rekrutierung zwischen 2015-2021) fungierte die qPET-Methode bereits als integraler Bestandteil zur Bewertung des Lymphom-Reststoffwechsels. Für die Patienten der EuroNet-PHL-C1-Studie liegen mittlerweile ausreichend lange Nachbeobachtungszeiten vor, sodass nun eine Korrelation der qPET-Werte mit dem progressionsfreien Überleben und dem Gesamtüberleben sinnvoll ist.

In der Medizin liefern die verschiedenen diagnostischen Maßnahmen (Bildgebung wie CT, MRT, PET), Blutanalysen, klinische Untersuchung/Anamnese oder Gewebsuntersuchungen jeweils Bausteine, die zu einem Gesamtbild zusammengesetzt werden und in ihrer Gesamtheit genauere prognostische Aussagen erlauben. Mit Bestimmung der qPET-Werte für nahezu alle Patienten der EuroNet-PHL-C1-Studie wird die Ausgangsbasis dafür geschaffen, den Reststoffwechsel nach 2 Kursen Chemotherapie (OPEA) mit einer Vielzahl anderer Parameter in Beziehung zu setzen und die prognostische Potenz der Einzelfaktoren bzw. ihrer Kombinationen zu bestimmen. Dies wiederum könnte einen weiteren, wichtigen Beitrag zu einer individuell gesteuerten Therapie leisten.

beantragte Projektmittel
Personalmittel, Reisekosten, Publikationskosten, Serverkosten in Höhe von 27.779,90 €

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