Geförderte Projekte 2020

Im Jahr 2020 konnten folgende Projekte durch unsere Stiftung gefördert werden:

Antragstellerin 
Dr. med. Antje Redlich
Universitätskinderklinikum Magdeburg, Arbeitsbereich Pädiatrische Hämatologie und Onkologie

Projektthema
Etablierung eines nationalen Referenzzentrums Nuklearmedizin für Kinder mit differenzierten Schilddrüsenkarzinomen

Projektbeschreibung
ln Deutschland erkranken jährlich zwischen 20 und 30 Kinder an einem differenzierten Schilddrüsenkarzinom (DTC). Der chirurgischen Therapie schließt sich in der Regel eine Radioiodtherapie
zur Behandlung des regelmäßig verbleibenden Schilddrüsenrestes bzw. von Metastasen an.

Mit der Etablierung eines "Referenzzentrums Nuklearmedizin" für die Diagnostik und Behandlung von Kindern mit differenzierten Schilddrüsenkarzinomen soll die Erfassung, Betreuung und Behandlung dieser seltenen Tumorerkrankung im Kindesalter verbessert werden. Insbesondere sollen durch einheitliche Therapiestandards Nebenwirkungen und Spätfolgen der Radioiodtherapie reduziert werden.

Da diese Erkrankung ein hohes Maß an interdisziplinärer Zusammenarbeit erfordert, soll die Bündelung von onkologischer und nuklearmedizinischer Kompetenz der Kristallisationspunkt für die Verbesserung der Betreuung dieser Patient*innen werden. Nach Etablierung des Referenzzentrums ist die Einbindung desselben in die Krankenversorgung angestrebt.

beantragte Projektmittel
Personalmittel in Höhe von 147.712,23 Euro für eine Projektlaufzeit von drei Jahren

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Antragsteller*innen
Thomas Georgi,
Prof. Dr. med. Regine Kluge,
Dr. med. Lars Kurch
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Leipzig

Projektthemen
Qualitätssicherung der PET-Referenzbegutachtung (1) sowie Evaluierung der prognostischen Wertigkeit des metabolischen Tumorvolumens im Staging (2) im Rahmen der EuroNet-PHL-C2-Studie

Projektbeschreibung
Der Projektantrag bezieht sich auf zwei Projekte innerhalb der EuroNet-PHL-Studien mit Kindern und Jugendlichen mit Hodgkin-Lymphom (Lymphdrüsenkrebs). Gegenstand für beide Projekte ist die Positronenemissionstomographie (PET) als Bildgebungsverfahren.

Projekt 1: Einfluss der PET-Rekonstruktionsalgorithmen auf die Quantifizierung
Die Bildentstehung und -bearbeitung von PET-Aufnahmen unterliegt einem fortschrittlichen Wandel. Immer schärfere PET-Bilder ermöglichen eine detail-getreuere Befundung, haben aber auch Einfluss auf die visuelle und quantitative Beurteilung der Aufnahmen. Im Hinblick auf die aktuelle EuroNet-PHL-C2 Studie ist es entscheidend zu überprüfen, ob und wenn ja, in welchem Ausmaß Rekonstruktionsparameter Einfluss auf die quantitative Bewertung der Interim-PET haben. Besonderes Augenmerk soll dabei vor allem auf die neuen Rekonstruktionsalgorithmen „Point-Spread-Function“ und „Time-of-Flight“ sowie die Voxelgröße gelegt werden. Da in der EuroNet-PHL-C2-Studie in der überwiegenden Mehrzahl PET-Scanner der Firma Siemens zur Anwendung kommen, soll der Fokus dieser Studie auf den von Siemens verwendeten Rekonstruktionsalgorithmen liegen. Nachdem schon eine orientierende Vorarbeit erfolgt ist, soll jetzt eine systematische Untersuchung erfolgen. Die entscheidende Frage dabei ist, inwieweit die Verwendung bestimmter Rekonstruktionsparameter einen Einfluss auf die weitere Therapieentscheidung hat.

Projekt 2: Evaluierung des metabolischen Tumorvolumens (MTV)
Das morphologische Tumorvolumen besitzt beim Hodgkin-Lymphom eine prognostische Relevanz. So stellt ein initiales morphologisches Volumen von ≥ 200ml in einer Einzelregion beim pädiatrischen Hodgkin-Lymphom einen Risikofaktor dar und führt zur Höherstufung der Patient*innen.

Ein entscheidender Vorteil der Messung des metabolischen Tumorvolumens gegenüber der Bestimmung des morphologischen Volumens ist, dass sich hier Software-Lösungen implementieren lassen, die eine schnelle und reproduzierbare Bestimmung ermöglichen. Problematisch ist jedoch, dass für die MTV-Messung Kriterien zur automatischen Festlegung der Außenkontur vorgegeben werden müssen. Verschiedene Arbeitsgruppen wenden unterschiedliche Parameter an, die das Ergebnis erheblich beeinflussen. In den letzten Jahren hat das Projektteam eine Vielzahl von Voruntersuchungen durchgeführt, um die beste Methode zur MTV-Messung zu bestimmen. Das nächste Ziel soll nun die systematische Bestimmung des MTV am Patientenkollektiv der EuroNet-PHL-C1-Studie (200 Proband*innen) und die Korrelation mit dem Patient*innen-Outcome sein. Für diese Studie ist der Nachbeobachtungszeitraum abgeschlossen, die Studiendaten werden aktuell publiziert und stehen somit nun auch für dieses Begleitprojekt zur Verfügung.

beantragte Projektmittel
25.000,00 Euro für eine Projektlaufzeit von zwei Jahren

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Antragsteller
apl. Prof. Dr. rer. nat., rer. medic. habil. Martin S. Staege
Universitätsklinik und Poliklinik für Pädiatrie I des Universitätsklinikums Halle (Saale)
Forschungslabor

Projektthema
Untersuchungen zur Funktion des Hodgkin-Lymphom-assoziierten Cancer-Testis-Antigens 45 (CT45)

Projektbeschreibung
Bei der Untersuchung von Immunantworten gegen Tumorzellen wurde frühzeitig eine Gruppe von Antigenen identifiziert, deren Expression auf Tumorzellen und den Hoden beschränkt ist. Dazu zählen auch Cancer-Testis-Antigene (CTA). Für das Hodgkin-Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) konnten bislang nur wenige CTA identifiziert werden, unter anderem des Cancer-Testis-Antigen 45 (CT45). Die Funktion von CT45 in Tumorzellen ist bislang unklar, jedoch gibt es aus verschiedenen Tumormodellen Hinweise darauf, dass CT45 ein anti-apoptotischer Faktor ist. Im vorliegenden Projekt soll dies für das Hodgkin-Lymphom untersucht werden. Hierzu soll die Expression von CT45 in Hodgkin-Lymphom-Zellen unterdrückt und das Überleben der Zellen unter dem Einfluss von Zytostatika untersucht werden. Zugleich soll durch Überexpression von CT45 der Einfluss auf die Chemotherapieresistenz und Genexpression untersucht werden.

beantragte Projektmittel
20.000,00 € für Verbrauchsmaterialien für eine Projektlaufzeit von einem Jahr

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Antragstellerin
Prof. Dr. med. Julia Hauer
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der Technischen Universität Dresden
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
Fachbereich Pädiatrische Hämatologie/Onkologie

Projektthema
Die Bedeutung der genetischen Prädisposition für Kinder und Jugendliche mit Krebserkrankungen

Projektbeschreibung
Die Bedeutung der genetischen Prädisposition für Krebserkrankungen ist in den letzten Jahren deutlich in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen und öffentlichen Interesses gerückt. Die genetische Prädisposition bei Krebserkrankungen im Kindesalter hat vermutlich einen besonders großen Einfluss, da gerade bei kindlichen Krebserkrankungen Umweltfaktoren nur eine untergeordnete Rolle spielen. ln diesem Sinne sind vermutlich auch therapiebedingte Zweittumore bei Kindern und Jugendlichen als Wechselspiel einer unbekannten genetischen Tumorprädisposition und der verabreichten Therapie zu betrachten. Die meisten bisherigen Studien fokussieren sich auf die alleinige Analyse der Patient*innen. Das Team von Prof. Hauer wird stattdessen das Konzept der TRIO-Sequenzierung zum Einsatz bringen. Die TRIO-Sequenzierung beinhaltet die gleichzeitige Sequenzierung von Keimbahnmaterial des erkrankten Kindes sowie seiner Eltern, wodurch die multifaktorielle Basis der genetischen Prädisposition gezielter aufgeklärt werden kann.

Damit ist das UniversitätsKrebsCentrum Dresden das erste ostdeutsche kinderonkologische Zentrum, welches die Ganzgenomsequenzierung von Kind und Eltern nutzen wird, um gezielt genetische Tumorprädispositionen identifizieren zu können. Diese Studie kommt zum einem direkt den Patient*innen zu Gute, indem Therapien individuell angepasst werden können um z.B. die Toxizität unter der Therapie oder das Risiko an einem Zweittumor zu erkranken erheblich zu senken. Des Weiteren profitieren bis dato gesunde Mutationsträger*innen in der Familie (Eltern/Geschwister) von personalisierten Vorsorgeprogrammen und der notwenigen genetischen Beratung.

beantragte Projektmittel
Verbrauchs- und Investitionsmittel für funktionelle Validierung sowie Fortbildungskosten; 25.000,00 €

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Antragsteller*innen
Prof. Dr. med. Jan-Henning Klusmann
PD Dr. med. Jessica Höll
Universitätsklinik und Poliklinik für Pädiatrie I des Universitätsklinikums Halle (Saale)

Projektthema
Hochauflösende molekulare Untersuchung der onkogenen Mechanismen in pädiatrischen Tumoren

Projektbeschreibung
Im Rahmen der sog. Therapieoptimierungsstudien, in denen die ganz überwiegende Mehrheit der Kinder und Jugendlichen mit Krebserkrankungen behandelt wird, werden genetische Untersuchungen am Tumormaterial bislang nur in einem gewissen Rahmen durchgeführt.

Um in den Tumoren vorliegende Mutationen identifizieren zu können bzw. um Ansätze für neue Therapieoptionen zu entwickeln, hat sich in den letzten Jahren die Sequenzierungsdiagnostik  (next generation sequencing [NGS] bzw. whole exome sequencing [WES]) zunehmend etabliert. Sie wird sowohl für die Diagnose von vererbten als auch von erworbenen Mutationen genutzt.

Bisher haben Kinder mit malignen Neuerkrankungen in Sachsen-Anhalt keinen Zugang zu diesen neuen genetischen Untersuchungstechniken, weshalb das Team der Kinderonkologie in Halle eine entsprechende Studie ins Leben ruft. Durchgeführt werden sollen bei allen mit einer Krebserkrankung neu diagnostizierten pädiatrischen Patient*innen der Kinderonkologie Halle (d.h. des südlichen Sachsen-Anhalts) eine Gesamtexomsequenzierung sowie eine Transkriptomsequenzierung.

Die Ziele der Studie sind:

  • Aufbau einer Materialsammlung zur personalisierten molekularen Diagnostik an der Kinderonkologie Halle
  • Aufdeckung onkogener Treiber in den Tumoren
  • ggf. Identifikation tumorspezifischer, therapeutisch angreifbarer Zielstrukturen

beantragte Projektmittel 
25.000,00 € für Verbrauchsmaterialien

Projektlaufzeit
12 Monate

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