Forschungsförderung in der Kinderkrebsheilkunde

Unser Ziel ist es, im Kampf gegen Krebs bei Kindern und Jugendlichen einen möglichst breiten Wirkungsgrad zu erzielen und nachhaltig Hilfe zu leisten. Deshalb unterstützen wir die medizinische Forschung gegen Kinderkrebs an Einrichtungen in Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen). 

Fördermittelübergabe auf der Leipziger Kinderkrebsstation
Fördermittelübergabe auf der Leipziger Kinderkrebsstation (v.l.n.r.: Prof. Dr. med. Holger Christiansen, Leiter der Kinderkrebsstation, sowie die Stiftungsvorstände Irmtraud Schulz und Dr. Joachim Wicke; Foto: PM)

Streiflichter der Stiftungsarbeit

Prof. Bernd Gruhn, Kinderonkologe am Universitätsklinikum Jena

Auch mit unserer Hilfe konnten in Dresden, Leipzig, Halle, Magdeburg und Jena Kinderkrebszentren eingerichtet werden. In diesen Zentren finden nicht nur medizinische Forschung und medizinische Versorgung auf höchstem Niveau statt, hier bemühen sich auch hochqualifizierte Pflegekräfte, Psychologen, Therapeuten, Sozialarbeiter, Erzieher und Kliniklehrer um die bestmögliche Betreuung der jungen Patienten.

Prof. Regine Kluge und Dr. Lars Kurch vom Hodgkin-Team am Universitätsklinikum Leipzig

Ein namhaftes Projekt unserer Stiftung ist die Initiierung und Durchführung der weltweit größten Kinderkrebsstudie, und zwar zum Hodgkin-Lymphom (Lymphdrüsenkrebs). Die mittlerweile an den Universitätskliniken Leipzig, Halle und Gießen beheimatete Studie verfügt über Patientendaten von über 2.200 krebskranken Kindern aus 22 Ländern. Damit ist eine einzigartige Datenbank für eine besonders präzise Diagnose und eine deutlich verbesserte Therapie entstanden. Der Erfolg der Studie (EuroNet-PHL-C1 und EuroNet-PHL-C2) wiederspiegelt sich in einer Heilungsrate von 95 Prozent! Das Hodgkin-Lymphom gehört damit zu den am besten heilbaren Krebsarten bei Kindern und Jugendlichen.

Langjährige, von uns beständig geförderte Bemühungen der Leipziger Universitätsklinik für Nuklearmedizin haben dazu geführt, dass heute weniger als 25 Prozent der jungen Hodgkin-Patienten einer Strahlentherapie bedürfen. Möglich wurde das durch verfeinerte Diagnoseverfahren zur Tumorausbreitung und zum Tumorverhalten. Wichtig ist und bleibt die Vermeidung einer Strahlentherapie, um die noch immer regelmäßig auftretenden Spätfolgen dieser Behandlung wie Zweittumore sowie Herz- und Lungenschäden zu reduzieren. Noch bessere Bildgebungsverfahren werden den Prozentsatz strahlentherapiebedürftiger Kinder weiter kontinuierlich senken, wenn es uns gelingt, diesbezügliche Forschungsvorhaben auch weiterhin zu fördern.

Prof. Peter Vorwerk, Kinderonkologe am Universitätsklinikum Magdeburg

Im Jahr 2008 vergab die deutsche Fachgesellschaft für Kinderkrebsheilkunde GPOH (Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie) neben der Hodgkin-Studie ein weiteres Studienmandat nach Mitteldeutschland. So leitete der Kinderarzt Prof. Peter Vorwerk am Universitätskinderklinikum Magdeburg von 2008 bis 2020 die Erforschung maligner endokriner Tumore (MET) im Kindesalter. Zu Jahresbeginn 2021 trat Dr. Antje Redlich in seine Fußstapfen. Bei malignen endokrinen Tumoren handelt es sich um eine Gruppe eher selten auftretender Krebsarten, die daher besonders schwierig zu behandeln sind. Die Forschungen im Rahmen dieser GPOH-MET-Studie unterstützen wir fortlaufend. Im Ergebnis einer breit angelegten Auswertung von Patientendaten und ihrer interdisziplinären Begutachtung kann man heute 50 Prozent der jungen Patienten mit einem Nebennierenrindenkarzinom eine Operation ersparen.

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